schmuckbeton

Spiel der Kontraste

Die Idee, Schmuck aus Beton zu kreieren, hat mich von Anfang an fasziniert. Zwei Welten, die auf den ersten Blick so unvereinbar erscheinen, treffen zusammen: Der schwere, grobe Beton und filigraner Schmuck.

Doch gerade dieses Zusammenspiel der Gegensätze macht Beton-Schmuckstücke so besonders. Egal, ob im natürlichen Grau oder bunt eingefärbt, gegossen oder modelliert, bemalt, mit Blattmetall veredelt oder mit Schmucksteinen verziert: Jeder kann sich sein persönliches Lieblingsstück zusammenstellen. Ich hoffe ich kann euch ein bisschen inspirieren.

Allgemeine Materialien

  • Zeitung/Papier zum Unterlegen
  • Kleine Gefäße zum Anmischen
  • Holzspatel oder alte Löffelchen zum Verrühren
  • Speiseöl oder Talkum-Puder
  • Schleifpapier
  • Pinsel
  • Rundzange
  • Schmuckbeton von Rayher
  • Gießformen


Die Zusammensetzung

Beton besteht aus Zement, Sand Kies und wird mit Wasser angerührt. Das Wasser trocknet beim Aushärten nicht einfach, sondern reagiert chemisch mit dem Zement. Die gegossenen Betonteile sollten deshalb kühl, schattig und abgedeckt stehen. So lässt sich eine zu schnelle Austrocknung verhindern und der Beton hat genug Zeit, um chemisch auszuhärten.


Die richtige Mischung

Zum fertigen von Schmuck eignet sich Beton mit sehr feiner Körnung (z.B. Schmuckbeton) am besten. Wer etwas mehr Betonstruktur erhalten möchte, kann auch Kreativbeton verwenden. Ebenfalls geeignet sind Feinbeton oder Betonmörtel aus dem Baumarkt. Diese müssen allerdings länger aushärten.

Zum Gießen von Schmuckstücken sind nur kleine Materialmengen notwendig. Da meist etwas Betonmasse übrig bleibt gibt es hier gleich ein Tipp vorweg: immer eine leere, leicht geölte Blisterpackung (von Pralinen oder Tabletten) oder Silikon-Eiswürfelform bereitstellen, in die Reste gegossen werden können!

Das Schmuckstück lässt sich mit vielen Materialien kombinieren und ganz einfach, z.B. mit anderen kreativen Techniken veredeln. So entstehen schnell fantastische Schmuck- und Geschenkideen.

Ich habe mich für den Schmuckbeton von Rayher entschieden. Er ist speziell für Betonschmuck entwickelt worden und hat den typischen Beton-Charakter, ist ultrafein für gleichmäßig schöne Gießergebnisse, extra stark, wetter-, frost- und schadstofffrei.

Zu Beginn fand ich schon so viele super Ideen und Anreize mich für Betonschmuck zu begeistern, sodass ich beschloss mich selbst in das Gebiet zu wagen. Man kann seiner kreativen Ader freien Lauf lassen. Ich wollte es unbedingt ausprobieren. 

Das tat ich auch. Ich bestellte mir gleich ausreichend Gießformen, speziell für Beton zum Schmuck gießen. Ich fand in vielen verschiedenen Shops passende Gießformen. Fast alle Formen bestehen aus Silikon. Dadurch sind sie wiederverwendbar und flexibel. Die Schmuckstücke können ganz leicht aus der Form geholt werden ohne das sie brechen.

Viele Kristalle, Glitter in verschiedenen Größen und Farben. Mir spukten wahnsinnig viele Ideen durch den Kopf. Ich weiß noch wie aufgeregt ich war. Es war einfach spannend zu experimentieren mit all dem Glitzer und bunten Steinchen. 

Die Farbe machts!

Doch blieb es nicht dabei. Auch das Einfärben des Betons hatte mich sehr interessiert. Das simple grau war mir zu einfach. Ich wollte Farbe bekennen. So beschloss ich gleich auch verschiedene Farben zu kaufen. Spezielle Farbpigmente für Beton, Airbrushfarbe, Acrylfarbe oder auch Abtönfarbe können hierfür verwendet werden.

Es sollten gleich viele Farben werden. Blau, violett, schwarz, weiß, türkis, grün, rot, braun…ich stellte hinter fest, dass es viel zu viel Farben waren. Bisher konnte ich nur einen Bruchteil meiner Farbwünsche erfüllen. Ich hatte zu Anfang eindeutig zu viel Materialien gekauft. Ich war ziemlich überfordert und setzte mir kleinere Ziele. 

Ich versuchte es zu Anfang schlicht und edel zu halten. So färbte ich meinen ersten Schmuck erstmal nur in schwarz und weiß ein und veredelte diese mit Kupfer- und Buntkristallen. So legte ich mir meine Formen zurecht, pinselte diese mit Speiseöl ein und füllte sie mit verschiedensten Kristallen und Glitzer. Dabei konnte ich mich kreativ ausleben und schaute was am besten zu schwarz und weiß passte.

Das erste was mir gleich auffiel war das was mit der Mischung nicht passte. Die Farbpigmente schwammen getrennt vom Beton im Wasser herum. Sie haben sich nicht verbunden mit dem Beton. 

Dann fand ich die Lösung. Damit die Betonmasse gleichmäßig durchgefärbt wird, sollte die Farbe zuerst in Wasser aufgelöst werden. 

Das Betonpulver kann nach und nach in das eingefärbte Wasser eingerührt werden, bis die Masse die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Dann kann das Schmuckstück gegossen werden.

Ansonsten, wenn ihr unsicher seid, steht das richtige Mischungsverhältnis von Wasser und Beton auf der Verpackung des Schmuck-Betons. Es sind 1 Teil Wasser und 5 Teile Beton. 

Der Beton ist zuerst noch recht krümelig, dann wird er schnell sehr geschmeidig. Ab diesen Punkt kein weiteres Wasser mehr hinzugeben. Noch einige Male umrühren, dann den Beton in die Form gießen. Um Luftblasen zu entfernen, die Form mehrmals auf die Arbeitsfläche klopfen. 

Die Trocknungszeit beträgt 12 Stunden. Man sieht am nächsten Tag dann schon, das der Beton heller geworden ist. Dann kann das Schmuckstück vorsichtig aus der Form gelöst werden und überstehende Kanten mit feinem Schleifpapier vorsichtig abschleifen. (z.B. 800er Körnung)

Auch dann erst sieht man, ob die Farben passen oder ob alles richtig gegossen wurde und vor allen Dingen hält. Der Moment ist immer wieder aufregend und überraschend. Es kommen die tollsten Sachen bei raus. 

Beim ersten Mal musste ich fast ein Drittel wegschmeißen^^ Entweder passte mir die Farbkombination nicht oder Steine sitzen zu locker und fielen raus. Das sah dann nicht mehr gut aus. Aber durch üben und ausprobieren lernt man dazu. Es bringt mir auf jeden Fall viel Spaß.

Fertigstellung

Meine fertigen Anhänger haben bereits Löcher, die ich für meine Aufhängungen brauchte. Meine gekauften Schmuckbeton-Formen haben schon eine Aussparung in der Form für ein eingegossenes Loch. Hierdurch kann zum Beispiel direkt ein Band geschlungen werden.
 

Ich habe Metallringe, die durch das Loch gezogen werden. Diese sorgen später dafür, dass sich der Anhänger nicht quer stellt.

Nun ist es noch wichtig, zu betonen, dass Beton stark, aber nicht unzerstörbar ist. Die Schmuckstücke überstehen kleinere Stürze unbeschadet, dennoch sollte man aus sie Acht geben. Bitte tragt den Schmuck nicht unter der Dusche, beim Baden, Sport oder Schlafen.

Viel Spaß beim Nachmachen!