Betonschale für den Garten

Zement, Sand, Wasser - das Rezept ist einfach, die Zutaten liefert die Natur. Das Ergebnis sind Betonschalen für ihren Innenbereich oder den Garten. Überall finden sie Ihren Platz und sind nicht nur funktional, sondern auch gleichzeitig als Designobjekt zu sehen.

Nun gibt es seit einiger Zeit den Knetbeton. Ab sofort kannst Du dir deine Skulpturen und Formen aus dem Beton kneten. Mit Knetbeton kannst Du deine kreative Ader ausleben und wie ein Profi modellieren. In diesem Beitrag werde ich euch den neuen Beton vorstellen. Auch ein Rezept für einen selbstgemachten Knetbeton stelle ich euch vor. Mit diesem zeige ich euch heute wie ich eine 50 cm runde Pflanzschale für den Außenbereich mache. Die Idee zu dieser Schale habe ich von einem YouTube Video "Knetbeton Das Original" von Miled Ben Dhiaf.

Laut den Herstellern kann man mit dem Knetbeton jetzt jede beliebige Form herstellen, die man sich vorstellen kann. Er soll knetbar sein, wie Ton und zudem wetterfest und nach dem Trocknen steinhart werden. Man benötigt keinen Brennofen, sondern lässt man das Material einfach aushärten. Das ist ein großer Vorteil. Noch ein interessanter Fakt ist, dass er sich sogar für die Terraristik und Aquaristik eignet.

Das ist alles mit dem neuen Knetbeton möglich:

  • Ausstechen/Ausschneiden
  • Stempeln oder Drucken
  • Gravieren/Ritzen
  • Ummanteln


Verträglichkeit

Der Beton ist frei von Chemie und anderen künstlichen Zusatzstoffen. Dennoch solltest du Handschuhe tragen, da sich die Hände schnell trocken anfühlen. Beim Anmischen, ähnlich wie bei Zement, kann der Beton stauben, hierbei hilft dir eine Atemschutzmaske.  

Die Mischung machts

Ihr könnt den Knetbeton sehr lange bearbeiten und ganz neue Formen modellieren. Mit vielen verschiedenen Werkzeugen kannst du spezielle Muster und Details besser ausarbeiten. Es ist nun ganz einfach mit sehr viel Spaß zu spachteln, gravieren, kneten, stanzen, stempeln und zu formen. Es lassen sich Skulpturen, kleine Figuren oder große Betonfiguren, Blumen, Hasen, Schmetterlinge, Teller, Schalen, Lampen, Kerzenständer, Vasen und vieles mehr aus diesem Beton formen.


Knetbeton Rezept

Um den Beton selbst herstellen zu können brauchst du prinzipiell nicht viel. Die günstigere Variante aus dem Baumarkt hat leider auch den Nachteil, dass die Mischung giftigere Inhaltsstoffe besitzt, als der teurere Original Knetbeton. Diese wäre aber auch eine Wahl, wenn man das nötige Kleingeld hat. Zudem ist die selbstgemachte Mischung nur für den Außenbereich gedacht und hat nichts in der Wohnung oder im Haus zu suchen. Ganz wichtig sind hierbei Handschuhe. Der Zement kann Hautreizungen verursachen und diese schädigen. Auch eine Atemschutzmaske ist zu empfehlen, da der Zement stark staubt beim Anmischen. Außerdem sollte nichts davon für Kinder zugänglich sein.

Um den Knetbeton herstellen zu können, benötigst Du für die günstigere Variante folgendes, außer natürlich deiner Schutzkleidung und Rührschüsseln:

  • Zement
  • Vogelsand
  • Spülmittel
  • Wasser


TIPP: Den Vogelsand bekommt man nur mit Anis. Bevor ich ihn zum Zement gebe, siebe ich den Vogelsand durch, sodass ich nur den feinen Sand habe. 

Gebt den Zement und Sand zu gleichen Teilen in eine Rührschüssel oder Eimer (die Menge hängt von Deinem persönlichen Bedarf ab) und vermische die trockenen Zutaten gut miteinander. Als nächstes gibst Du ca. 3 - 5 EL Spülmittel (hängt von Deiner Gesamtmenge ab) und etwas Wasser hinzu. Beginne lieber mit wenig Wasser und taste dich vorsichtig heran.

Der selbstgemachte Beton sollte sich wie ein Teig zusammenrollen lassen und sich schön geschmeidig anfühlen. Hat er diese Konsistenz erreicht, kannst du auch schon mit dem modellieren beginnen. Er lässt sich wie Teig ausrollen, wenn man den Knetbeton mit etwas Zement bestreut. Sollte Deine Mischung zu feucht sein, kannst Du sie ebenfalls mit den trockenen Zutaten ausgleichen.

Betonschale formen

Nun habe ich meine fertige Knetbetonmasse. Es sind nachher ungefähr ca. 10 kg, die ich für die Schale brauchte. Ich mischte jeweils 5 kg Zement und Vogelsand miteinander. Die Menge ist schon ziemlich genau das was man braucht, um solch eine Schale in dieser Größe von 50 cm zu fertigen.

Außerdem stellte ich mir folgendes bereit:

  • Drehteller
  • eine runde Edelstahlform, ca. 4 cm Durchmesser, zum Ausstechen der Kreise
  • eine 50 cm große Styroporkugel, ihr braucht nur eine Hälfte
  • Frischhaltefolie
  • Acrylfarbe in weiß
  • Schwamm, Haushaltstypisch


Zu allererst umwickelte ich die Styroporkugel mit der Frischhaltefolie. Sie dient zu einem dafür, dass sich die Schale nach dem Aushärten besser ablösen lässt und die Styroporkugel wird nicht beschädigt und man diese dann auch immer wieder verwenden.

Dann platzierte ich die umwickelte Halbkugel in der Mitte des Drehtellers und legte mir meine Utensilien zurecht. Kleiner Tipp zugleich. Am besten eignen sich 2 Arbeitsflächen getrennt voneinander. Ihr werdet nachher sehen warum. Bedeckt am besten den zweiten Arbeitstisch mit einem gelben Sack. Dann leidet die Oberfläche nicht und ihr könnt bedenkenlos loslegen.

Jetzt streift die Arbeitshandschuhe (einfache Latex Handschuhe) über und beginnt die Fläche zu modellieren direkt auf der Halbkugel. Ihr nehmt eine Hand voll Knetbeton und verteilt diesen oben auf der Fläche der Schale und drückt den Knetbeton etwas fester an die Oberfläche an. Später sollte ein Aufbau von mind. 3-5 mm entstehen. Damit die Schale auch stabil bleibt.
 

Nun arbeitet ihr euch Fläche für Fläche vorwärts bis ihr fast am unteren Rand der Halbkugel seid. Danach könnt ihr noch am Ende der Schale mit einem Messer einen geschwungenen Rand abziehen. Das Messer sollte keine Rillen haben, denn sonst reißt ihr Risse in den Knetbeton rein, wenn ihr das Messer entlang zieht. So erreicht ihr einen schönen Abschluss der Schale.

Jetzt nehmt ihr euch eine Hand voll des Knetbetons. Formt diesen Klumpen zu einem Ball und drückt ihn auf der 2. Arbeitsfläche bzw. Tisch platt. Das kann Erschütterungen verursachen und brächte den Knetbeton auf der anderen Arbeitsfläche zum herunterlaufen. Damit würdet ihr eure bisherige Arbeit gefährden. Also gleich eine 2. Arbeitsfläche anlegen. Dann seid ihr auf Nummer sicher.



Ihr solltet ungefähr eine, etwa auch 3-5 mm starke, große Fläche erhalten. Dann stecht ihr mit der runden Edelstahlform gleich mehrere Kreise heraus. Legt einen in eure Handfläche und drückt ihn noch ganz kurz etwas platter. Dann klappt ihr die beiden gegenüberliegenden Enden hoch und platziert den ersten geformten Kreis auf die Spitze der Schale. Das wiederholt ihr nun so oft bis die ganze Oberfläche bedeckt ist und keine freie Stelle mehr zu sehen ist. Dann habt ihr ein wunderschönes Wellenmuster.

Der Drehteller er leichtert euch die Arbeit, in dem ihr nicht ständig um die Schale am Tisch herumlaufen müsst und die freien Flächen suchen müsst. Ihr holt euch die zu bearbeitende Fläche zu euch und könnt dabei bequem sitzen oder auch stehen. Wie ihr möchtet.

Der Arbeitsweg und die Zeit wird dadurch erheblich gemindert. Ich habe bisher 2 dieser Schalen gemacht. Für die erste ohne Drehteller benötigte ich ca. 7 Stunden. Für die 2. Schale brauchte ich nur noch 4,5 Stunden mit Vorbereitungen. Ihr seht also, es lohnt sich einen Drehteller anzuschaffen, wenn man mehrere Objekte machen möchte und seine Arbeit etwas erleichtert und effizienter gestalten möchte, kann ich das nur empfehlen. 

Zum Schluss braucht eure Schale schließlich noch Füße, damit diese auch stand hat. Ihr formt aus dem Rest des Knetbetons 3 gleichgroße Bälle und drückt diese in einem Dreieck ganz oben drauf. Damit ihr eine gerade Fläche erhaltet nehmt ihr eine Glasscheibe und drückt sie leicht auf die Füße, sodass ihr eine gerade Fläche erhaltet. Sogleich könnt ihr die Glasplatte auch wieder wegnehmen und seid damit fertig. 

Nun muss euer Werk mind. drei Tage trocknen. Dann könnt ihr die Betonschale von der Styroporkugel lösen. Das ging bei mir nur zu zweit. Mein Mann hielt alles hoch und ich zog die Styroporkugel heraus. Entfernt die Frischhaltfolie und begann dann alles für den Anstrich vorzubereiten.

Feintuning

Um der Schale den letzten Schliff zu geben, nahm ich weiße Acrylfarbe und einen haushaltstypischen Schwamm. Nichts Besonderes. Ich tunkte den Schwamm in die Farbe und malte, bzw. tupfte die Schale weiß an, sodass nur die obere Struktur in weiß war. Der Rest blieb grau und war ein schöner Kontrast zu dem weiß. Ihr könnt die Schale natürlich auch so lassen, wie sie ist. Das ist auch sehr schön und eben naturbelassen. Die Wahl ist ganz euch überlassen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!